Projekte

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Aufgrund der überschaubaren Mittel der Lisa-Kolk-Stiftung konzentrieren sich die derzeitigen Projektaktivitäten auf Behandlungsansätze mit Naturstoffen, denen auch historisch eine maßgebliche Rolle in der Behandlung von Depressionen zukommt. So gilt die Wirksamkeit von hochdosiertem Johanniskraut (600 – 900mg Extrakt pro Tag) mit seinen Wirkstoffen Hypericin und Hyperforin bei leichten bis mittelschweren Depressionen inzwischen als gesichert und ist bzgl. Effektivität mit der von synthetischen  Antidepressiva vergleichbar1. Allerdings kann Johanniskraut die Wirkung anderer Medikamente wie z.B. Immunsupressiva wie Ciclosporin, Zytostatika, Cholesterinsenkern, hormonellen Kontrazeptiva oder trizyklischen Antidepressiva der Aktivität von Leberenzymen abschwächen, weiterhin kann Johanniskraut zu erhöhter Lichtempfindlichkeit (Photosensiblisierung) führen.

Daher sind neben Johanniskraut in den letzten Jahren weitere Naturstoffe in das Interesse der Forschung gerückt. So konnte 2013 gezeigt werden, dass Kurkumin, ein Wirkstoff des Curry-Gewürzes Kurkuma, zumindest eine Antidepressiva-unterstützende Wirkung zeigt2. Interessanterweise wird Kurkumin auch eine antiinflammatorische Wirkung zugeschrieben, möglicherweise liegt hier also ein synergistischer Wirkmechanismus auf Basis der entzündungshemmenden Effekte von Kurkumin vor.. Gleiches gilt auch für das in roten Trauben vorkommende Polyphenol Resveratrol, auch hier konnte inzwischen eine antidepressive Wirkung gezeigt werden3.

Am besten ist jedoch inzwischen der antidepressive Effekt der Inhaltsstoffe von grünem Tee nachgewiesen. So konnte eine Studie aus Japan durch Niu et al. 20094 erstmals den antidepressiven Effekt von Grüntee an einer größeren Bevölkerungsgruppe nachweisen. Der Effekt wurde zunächst dem primär für seine ausgleichende Wirkung bekannten Inhaltsstoff L-Theanin zugeschrieben. In Folgestudien aus 2012 und 2013 konnte dann der antidepressive Effekt des grünen Tees bestätigt werden5,6 und mit weiteren Inhaltsstoffen in Verbindung gebracht werden; u.a. wurde auch ein Zusammenhang dem in grünem Tee ebenfalls enthaltenen Koffein postuliert7.

Während Koffein in grünem Tee als wässriger Auszug nur in geringen Mengen enthalten ist und durch die wässrige Darreichungsform auch nur in begrenztem Mengen resorbiert wird, sollte sich durch Verwendung von gemahlenem Tee (Teepulver; „Matcha“) wie in Japan üblich eine einfache und effiziente Alternative der Wirkstoffzuführung erreichen lassen. Da gemahlener grüner Tee begrenzt lagerstabil ist und aufgrund seines bitteren Geschmacks auch nur bedingt zum Verzehr geeignet ist, soll nun in ersten Versuchen geklärt werden, ob sich dieser zu stabileren Darreichungsformen verarbeiten lässt, idealerweise einhergehend mit einer Verlängerung der Wirkungsdauer. Im Erfolgsfalle stände dann ein einfacher und schneller Ergänzungsansatz zur Behandlung von Depressionen zur Verfügung.

Literaturnachweis

  1. Comparative efficacy and safety of a once-daily dosage of hypericum extract STW3-VI and citalopram in patients with moderate depression: a double-blind, randomised, multicentre, placebo-controlled study. Gastpar M, Singer A, Zeller K.Pharmacopsychiatry. 2006 Mar;39(2):66-75
  2. Efficacy and safety of curcumin in major depressive disorder: a randomized controlled trial. Sanmukhani J, Satodia V, Trivedi J, Patel T, Tiwari D, Panchal B, Goel A, Tripathi CB. Phytother Res. 2014 Apr;28(4):579-85. doi: 10.1002/ptr.5025. Epub 2013 Jul 6
  3. Antidepressant-like effect of resveratrol: involvement of antioxidant effect and peripheral regulation on HPA axis. Ge JF, Peng L, Cheng JQ, Pan CX, Tang J, Chen FH, Li J. Pharmacol Biochem Behav. 2013 Dec;114-115:64-9. doi: 10.1016/j.pbb.2013.10.028. Epub 2013 Nov 5
  4. Green tea consumption is associated with depressive symptoms in the elderly. Niu K, Hozawa A, Kuriyama S, Ebihara S, Guo H, Nakaya N, Ohmori-Matsuda K, Takahashi H, Masamune Y, Asada M, Sasaki S, Arai H, Awata S, Nagatomi R, Tsuji I. Am J Clin Nutr. 2009 Dec;90(6):1615-22. doi: 10.3945/ajcn.2009.28216. Epub 2009 Oct 14
  5. Green tea polyphenols produce antidepressant-like effects in adult mice. Zhu WL, Shi HS, Wei YM, Wang SJ, Sun CY, Ding ZB, Lu L. Pharmacol Res. 2012 Jan;65(1):74-80. doi: 10.1016/j.phrs.2011.09.007. Epub 2011 Sep 22
  6. Chronic administration of catechin decreases depression and anxiety-like behaviors in a rat model using chronic corticosterone injections. Lee B, Sur B, Kwon S, Yeom M, Shim I, Lee H, Hahm DH. Biomol Ther (Seoul). 2013 Jul 30;21(4):313-22. doi:10.4062/biomolther.2013.004
  7. Green tea and coffee consumption is inversely associated with depressive symptoms in a Japanese working population. Pham NM, Nanri A, Kurotani K, Kuwahara K, Kume A, Sato M, Hayabuchi H, Mizoue T. Public Health Nutr. 2014 Mar;17(3):625-33. doi: 10.1017/S1368980013000360. Epub 2013 Mar 4. Erratum in: Public Health Nutr. 2014 Mar;17(3):715